Dranbleiben

Du willst erfahren, wie Du langfristig Deine Motivation aufrecht erhältst und dranbleibst? Ok, ich gebe Dir drei Tipps an die Hand.

1) Sinn: Dein Warum

Den ersten haben wir bereits im ersten Level angesprochen: Finde ein starkes Warum. Warum tust Du das? Warum willst Du gesünder leben? Was springt für Dich dabei raus?

Prävention ist deshalb so schwierig, weil wir Menschen oft das Leid brauchen, um uns zu bewegen. Es muss uns erst schlecht gehen, bevor wir etwas verändern. Betrachte Prävention als Investment. Umso mehr Du heute tust, desto besser geht es Dir morgen. Damit meine ich aber nicht nur, dass Du Krankheiten vermeidest, Gesundheit ist weit mehr als das. Gesundheit bedeutet mehr Energie, ein klarerer Geist und auch mehr Motivation. Kennst Du den Spruch “gib nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben”? Genau darum geht es bei Gesundheit: Mehr vom Tag zu haben, bewusster zu leben. Energie kommt aber nicht vom Nichtstun. Lust auf Sport bekommt man nicht, wenn man auf der Couch liegen bleibt, sondern wenn man sich aufrappelt und Erfolge sieht und spürt.

Manchmal brauchen wir auch einen direkten Vergleich gepaart mit Sensibilität. Hier ein simples Beispiel von mir: Ich habe vor ein paar Jahren richtig gut abgenommen. Dann habe ich wieder ein kleines Bäuchlein zugelegt (nicht wild, aber vorhanden). Mein Körpergefühl war plötzlich ein völlig anderes. Ich fühlte mich, als ob ich eine Kugel vor mir hertrage, meine Bauchmuskulatur konnte ich während dem Gehen kaum anspannen, meine komplette Körperhaltung veränderte sich und es fühlte sich nicht gut an. Daraufhin habe ich es wieder angepackt und ein bisschen abgespeckt. Und siehe da: Mein gesamtes Körpergefühl wurde innerhalb von wenigen Tagen wieder normal und gesund. Ich hatte Spannung im Bauch, das Gehen war angenehmer und mein Körpergefühl besser.

Das Ding ist: Als ich lange Zeit ein etwas größeres Fettpolster hatte, ist mir das überhaupt nicht aufgefallen. Ich musste erst abnehmen, dann wieder zunehmen und wieder abnehmen, um den Unterschied wirklich zu spüren.

Die Frage ist also: Was betrachtet man als “normal”? Um das herauszufinden, brauchen wir oft den direkten Vergleich: Von Nichtstun und schlechter Ernährung zu natürlicher Bewegung und natürlicher Ernährung. Dafür können wir auch mal für eine gewisse Zeit ungesünder leben, um dann zu erkennen, was wir dadurch verlieren. Und wir brauchen Sensibilität. Wir müssen in unseren Körper reinhorchen. Wir müssen es zulassen, dass unser Körper uns Signale gibt. Wie geht es mir, wenn ich eine ganze Chipstüte esse? Geht es mir wirklich gut danach? Wie geht es mir, wenn ich eine Woche lang jeden Abend Chips esse VS wie geht es mir, wenn ich jeden Abend ein paar Mandeln snacke? Wie geht es mir, wenn ich eine Woche lang jeden Abend zur Schokolade greife VS wie geht es mir, wenn ich stattdessen eine Kaki aufschneide? Menschen, die den Unterschied nicht kennen, haben es noch nie konsequent ausprobiert und wissen gar nicht, was sie verpassen.

Führe Dir regelmäßig Dein Warum vor Augen und auch was im Gegenzug passiert, wenn Du ungesünder lebst – werde zunehmend sensibler gegenüber Deinem Körper.

2) Umgib Dich mit Gleichgesinnten

Viele Menschen setzen sich Ziele. Einige wollen abnehmen, andere wollen den Job wechseln, wieder andere wollen mit dem Rauchen aufhören. Was glaubst Du ist der Hauptgrund, warum Menschen scheitern?

Die Antwort liegt nicht im inneren Schweinehund – zumindest nicht im eigenen. Die Antwort ist das Umfeld, fast immer! Es gibt einen schönen Satz, in dem viel Wahres steckt. Jim Rohn sagte mal:

“Unser Leben ist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen.”

Verstehst Du, was er damit meint?

Wir sind ungefähr so fit oder dick wie der Durchschnitt dieser fünf Menschen.

Wir sind ungefähr so gestresst oder entspannt.

Wir verdienen ungefähr so viel Geld.

Wir sind ungefähr so zufrieden mit uns, unserer Arbeit und unserem Leben.

Wir tun ungefähr dasselbe.

Wir denken ungefähr dasselbe.

Das gilt für alle Bereiche im Leben. Rauchen, Essen, Sport, Arbeit, überall. Langeweile steckt an, Trägheit steckt an, Nörgler stecken an und Nichts-tun ist auch ansteckend. Im Gegenzug ist – zum Glück – eine positive oder gesunde Lebenseinstellung jedoch genauso ansteckend.

Stell Dir vor Du willst mit dem Rauchen aufhören. Schon morgens begrüßt Dich Dein Partner mit einem Obstkorb und sagt “packen wir es an!”. Dann springen Deine Kinder auf Dein Bett und sagen “Du schaffst es!” Und wenn Du durch den Tag gehst, begegnen Dir ausschließlich Menschen, die Dir sagen “wir rauchen alle nicht, wir glauben an Dich, Du bist auf dem richtigen Weg und kannst es packen!” Wenn Dir ein anderer Raucher begegnet, dann sagt er sowas wie “ich versuche auch gerade aufzuhören, es ist hart, aber ich gebe mein Bestes!”

Kurze Frage: Denkst Du, Du hättest Erfolg?

Zu 99,99% ja! Es ist nicht Dein innerer Schweinehund, der das größte Problem darstellt. Es ist der Schweinehund der anderen Menschen in Deinem Leben. Sehen wir es realistisch: Die meisten Menschen leben nicht gesund. Die meisten Menschen schlucken lieber eine Pille als ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Die meisten Menschen fürchten Veränderung. Sie fürchten, dass man ihnen die Wahrheit vor Augen führt. Und sie fürchten, dass Du erfolgreicher bist als sie.

Denn Erfolg ist in unseren Augen nicht wenn es uns gut geht. Erfolg bedeutet, dass es uns besser geht als dem Nachbarn. Oder? Wir messen unseren Erfolg immer daran, wie es anderen geht. Ein Mensch kann 4.000€ verdienen, wenn der Nachbar 5.000€ verdient, hat man das Gefühl von Misserfolg.

Und das Gleiche geht anders herum: Jedes Kind, das eine schlechte Note mit Nachhause bringt, sagt “Mama, die Klausur war sooo schwer, alle haben Fünfen bekommen!” Wir setzen unseren Misserfolg in Relation und dann ist es halb so wild. Erwachsene tun genau das Gleiche. “Ja, alle in meinem Alter haben Gelenkprobleme.” Oder: “Nichtraucher können das gar nicht nachvollziehen, wie schwer es ist mit dem Rauchen aufzuhören.”

Das geht so weit, dass Menschen andere Menschen manipulieren, damit die keinen Erfolg haben. Wenn alle rauchen, muss man selbst nicht damit aufhören. Es ist ja “normal”. Wenn Du fünf Raucher an einen Tisch setzt und einer beschließt aufzuhören, dann versuchen meistens die anderen vier den Ausreißer zurückzuholen. Da gibt es keine Motivationshymnen, sondern eher sowas wie “oooh Mann, das ist schon schwer, gell? Oh Du tust mir Leid. Also ich habe es ja auch mal versucht, aber dann 10 Kilo zugenommen und wieder angefangen. Du schaust gar nicht glücklich aus, willst Du nicht doch Eine?”

Nimm dieses Beispiel und vergleich es mit dem Beispiel weiter oben. Im einen Fall ist es fast unmöglich zu scheitern, im anderen Fall extrem schwierig sein Ziel zu erreichen. Wenn es Dir bis jetzt schwer gefallen ist, Veränderungen umzusetzen, dann liegt es mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit an Deinem Umfeld – das Dich entweder nicht unterstützt oder sogar versucht Dich negativ zu manipulieren. Darauf basiert ein Erfolgsgeheimnis und das heißt nicht totale Abschottung oder Ignoranz.

Umgib Dich mit lebensbejahenden und positiven Menschen, die ähnliche Ziele haben wie Du.

Willst Du langfristig gesund leben, brauchst Du Menschen um Dich herum, die das auch wollen. Wenn sie andere Ziele haben, sollten sie Dich zumindest unterstützen. Ist das nicht der Fall – so schwer es vielleicht gerade klingen mag – solltest Du über einen Wechsel oder neue Freunde nachdenken. Falsche Freunde wollen unterbewusst Deinen Misserfolg, sie versuchen Dich herunterzuziehen. Wahre Freunde dagegen wollen Dich aufbauen. Sie erinnern Dich an Deine Ziele, statt an Fehltritte oder Hürden. Wenn alles schief läuft und Du am Boden liegst, helfen sie Dir wieder hoch. Sie motivieren Dich, treiben Dich an und unterstützen Dich.

3) Vorbild / Mentor sein

Der letzte Punkt lässt sich in unterschiedlichem Ausmaß umsetzen.

Ich nehme hier gerne das Beispiel Kindererziehung. Wenn Du keine Kinder hast, stell Dir vor Du hättest welche. Stell Dir jetzt vor, Du willst Deinen Kindern beibringen, wie sie sich gesund ernähren. Wie schaffst Du das? Nun, sicher nicht indem Du jeden Tag zu McDonald’s gehst oder Tiefkühlpizza auftischst. Richtig? Es funktioniert nicht zu sagen “schau hier, so macht man das. Ich tue es selbst nicht, aber so würde es theoretisch aussehen.”

Der beste Weg ist sich selbst gesund zu ernähren und die anderen zusehen zu lassen. Sie mit den eigenen Erfolgen zu inspirieren. Dann erzeugt man eine Sog-Wirkung. Die Kinder sehen es und sagen, “wow, der hat immer Energie, hat Spaß daran, dem geht es gut, der ist fit – so will ich auch sein.”

Das Fantastische: Man ist nicht nur ein Vorbild, sondern man schafft sich selbst einen Ansporn. Es kann zum größten Antrieb überhaupt werden, wenn man für andere Menschen ein Lehrer ist. Die gesündesten Menschen sind oft diejenigen, die anderen beibringen gesund zu leben. Nicht weil sie das meiste Wissen haben, sondern wegen ihrer Verantwortung.

Siehst Du, ich kann auch nicht einfach nur noch Tiefkühlpizza essen, selbst wenn ich mal eine ganz schlechte Woche habe. Es wäre überhaupt nicht vereinbar mit meinem Gewissen, anderen zu erzählen, wie wichtig Gesundheit ist und dann meinen eigenen Körper mit Füßen zu treten. Da würde ein innerer Konflikt entstehen und der gleiche Konflikt würde auch in Dir entstehen, da bin ich mir sicher.

Ich könnte diese Liste endlos weiterführen. Wer hat mehr Motivation: Ein Mitglied im Fitnessstudio oder ein Fitness-Coach? Richtig, der Coach – und sogar vollkommen gratis! Deshalb ist mein Tipp Nr. 3): Werde zu mehr als nur einem Menschen, der gesund lebt.

Gratis Motivation:
Werde zum Lehrer, zum Mentor, zum Advokat eines gesunden Lifestyles und inspiriere andere Menschen.

Wie gesagt kann man diesen Punkt unterschiedlich ambitioniert umsetzen, aber er ist so kraftvoll und motivierend wie kaum ein anderer. Du kannst im kleinen Rahmen bei Deiner Familie anfangen. Oder Du kannst etwas mehr wollen.

Ich selbst inspiriere unheimlich gerne und habe diese Leidenschaft zu meiner Berufung gemacht. Wer weiß, vielleicht ist diese Vorstellung auch für Dich spannend? Wenn ja, helfe ich Dir gerne auf diesem Weg und vielleicht können wir ihn auch gemeinsam gehen. So oder so freue ich mich über Feedback von Dir, wie es Dir geht und ob Dir diese Tipps geholfen haben!